Gemüseanbau
Aus dem Garten

Erstes Halbjahr im Gemüsegarten 2021

Am Anfang des Jahres, sobald die ersten Sonnenstrahlen die Nase kitzeln und die Temperaturen ins 2-stellige rutschen, scharre ich schon mit den Füßen. Endlich geht´s los mit dem Gemüseanbau.

Schon bald lockt die Sonne das erste Pflanzengrün aus Töpfen und Beeten, die ersten Insekten umkreisen die zarten Gemüsepflanzen, täglich wird der Garten ein wenig bunter. Was eine Farbenvielfalt.

Dann die Ernüchterung. Regen, Wind und Kälte setzen ein, Petrus meinte es in diesem Jahr alles andere als gut mit uns.

Täglich ein Rundgang durch meinen Gemüsegarten, aus Sorge um die Jungpflanzen.

Das Wasser staute sich in den Beeten, die Nässe brachte Schnecken mit, die sich über die Überlebenden hermachten.

Meine Buschbohnen wurden täglich mehr zu „Gerüstbohnen“, die Kohlrabi verloren nicht nur die Blätter, sondern ebenso die lang ersehnte Knolle, Paprika und Chili entwickelten sich nicht nur rückbildend, sie wurden zusätzlich von irgendetwas abgeknabbert. Zuckererbsen erreichten nicht einmal die erste Festhaltestelle am Rankgerüst und wenn doch, waren sie flugs mit falschem Mehltau bedeckt und an den 30 Tomatenpflanzen erste Kraut- und Braunfäule. Ey → was ein Glück, dass es Supermärkte gibt.

Gegen das Ertrinken und Faulen von jungen Gemüsepflanzen kommt man kaum an, gegen Schädlinge brachte ich alles an den Start, was helfen soll – Hauptsache ökologisch.

Bevor ich dieses Jahr gar nichts in die Truhe und die Einmachgläser bekommen, starte ich mit einer neuen Aussaat.

Für die täglichen Mahlzeiten mit frischem Salat, Möhren und hin und wieder Radieschen hat es bislang gereicht. Jetzt habe ich doch einige Gemüsesorten in die Vorkultur genommen, obwohl ich viel lieber direkt ins Beet säe.

In die Aussaat gingen:

🥬 Fenchel und Pastinake (haben bei der Direktsaat gar nicht gekeimt)

🥬 Pak Choi (ist mir bei der ersten Direktsaat sofort in die Blüte geschossen)

🥬 Rote Bete (ist doch leckerer als vermutet 😇)

🥬 Silberzwiebeln (darüber schreibe ich irgendwann ausführlicher)

🥬 Buschbohnen und Zuckererbsen (Ersatz für die abgefressenen Pflanzen)

🥬 2 Sorten Kohlrabi: Dyna und Azur Star (in der Hoffnung, dass der Vorsprung besser vor Feindfraß schützt)

dankbare Chili
eine dankbare Chilipflanze

🌶 Paprika und Chili habe ich wieder aus dem Beet rausgenommen und in Pöttchen gesetzt. Sie stehen jetzt seit 3 Wochen auf der Terrasse an der Hauswand, warm, sehr sonnig und geschützt vor Regen.

Die kleinen Pflänzchen danken es mir, sie bekommen neue Blätter, einige Blühen und eine kleine Chilipflanze, stolze 20 cm hoch, bekommt sogar eine Frucht.

Eine aus dem letzten Jahr gezogene Chilipflanze habe ich im Beet überwintert, die jetzt kräftig Blüten und Fruchtansätze zeigt. Ein Grund, warum ich die diesjährigen Mickerlinge derart hätschle, den die 2-jährigen Chilipflanzen bringen viel mehr Früchte.

Für meine Tomaten habe ich zwei Beete, eines ist mit Kraut- und Braunfäule befallen.

Leider habe ich voreilig 5 von Kraut- und Braunfäule befallene Tomatenpflanzen entsorgt, die…

Wichtig: nicht kompostiert werden dürfen!

Bitte im Restmüll Entsorgung, sonst breitet sich der Pilz weiter aus.

Einen Tipp zur Behandlung gibt es vom Tomatenflüsterer bei YouTube: 8g Backpulver oder Natron auf ein Liter Wasser mischen, damit die Tomatenpflanze ordentlich besprühen. Am besten am Abend bzw. wenn die Sonne weg ist. Die Mischung soll den Pilz austrocknen, d.h. nicht nur vorbeugend helfen, sondern auch „heilen“. Es bildet sich ein weißer Belag durch das Natron, der einfach weggewischt wird, also nicht erschrecken – es ist kein Mehltau. Ich werde euch berichten, ob es bei mir geklappt hat.

Um dennoch eine Handvoll Früchte zu ernten, habe ich lange Geiztriebe und Zweittriebe abgeschnitten, sie in Wasser gestellt, wo sie Wurzeln gebildet haben. Die gut Bewurzelten habe ich neu ins Beet gepflanzt.

selbst ausgesäte Tomate
selbst ausgesäte Tomate

Meine prächtigste Tomatenpflanze hat sich selbst ausgesät, in einem Beet, wo nie eine stand, vermutlich über den Kompost.

Sie ist mit Abstand die kräftigste Pflanze überhaupt. Dunkelgrünes Laub, dicker Stamm, große Blätter, zig Früchte und kerngesund. 

Sie wächst zusammen mit Salat, Schnittsellerie, Melone und… tada… Gurken. Passt eigentlich nicht zusammen, funktioniert aber prima.

🐌 Buschbohnen Rettung klappt bisher supergut durch eine Mulchschicht aus Kräutern (Rosmarin, Salbei, Minze und Thymian).

Ein Tipp von Youtuberin Neues vom Landei. Aus den Gerüstbohnen werden wieder Büsche, die Pflanzen blühen wie doll und verrückt und täglich sammle ich eine Handvoll Bohnen ein.

Wir mögen am liebsten Brechbohnen, also etwas dicker und nicht die superfeinen Prinzessböhnchen. Da die Handvoll nicht immer gleich eine Mahlzeit ergibt, werden die Bohnen gründlich gewaschen, trocken gerubbelt, Spitzen abgeknipst, gebrochen und kommen direkt in einen Gefrierbeutel in den Tiefkühler. Neue Ernte einfach dazu – klappt supergut, Blanchieren ist unnötig.

Nebenbei bemerkt funktioniert das ebenso mit Kohlrabi. Waschen, schnippeln, einfrieren. Spart eine Menge Zeit.

Jetzt aber genug geschrieben, der Küchengarten ruft nach mir.

Die Youtuber verlinke ich euch, bekomme nichts dafür (!), sie wissen gar nicht, dass ich sie namentlich erwähne. Ich mag sie einfach sehr und finde, es lohnt sich, bei denen reinzuschauen.

Nachtrag:

Die Backpulverlösung hat super geholfen. Ich konnte einiges an Tomaten retten und ernten. Der Geschmack war perfekt. Was nicht mehr klappte waren die Ableger der Tomatenpflanzen. Sie haben keine Früchte mehr gebildet.

A bientôt

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