Mulch Mix
Aus dem Garten

8 Mulcharten im Test

Erfahrene Gärtner behaupten, eine gute Mulchdecke auf Gemüsebeeten sei die ½ Miete.

Mulchen spart eine Menge Gießwasser, unterdrückt Unkraut und schützt junge Pflänzchen vor Kälte und Frost.

Bei Blumenbeete und Rabatten ist Rindenmulch ein beliebtes Material.

Ich bin Junggärtnerin, meine Erfahrungen kommen aus den vergangenen 3 Jahren. In den ersten beiden Jahren mulchte ich meine Gemüsebeete hauptsächlich mit Rindenmulch und Laub.

Beide Mulcharten waren okay, aber nicht perfekt.

Im dritten Gemüsegarten Jahr stieg ich von gekauften Jungpflanzen auf eigens Aussäen um. Der Gemüseanbau per Aussaat ist zwar zeitaufwendiger, erlaubte mir dagegen mehr Sorten Vielfalt. Um nach der ganzen Arbeit das Beste aus meinen Gemüsebeeten rauszuholen, begab ich mich auf die Suche nach der perfekten Mulchsorte.

Ich habe 8 Mulchsorten getestet, von der jede seinen Vorteil bzw. Nachteil hat.

1. Rindenmulch:

Bei normalen Wetterverhältnissen finde ich das Material prima. Doch bei Dauerregen bewährte sich diese Mulchart nicht, denn zum einen sammelten sich Schnecken darin, zum anderen trocknet der Boden nicht mehr ab. Stehen die Pflanzen in zu nasser Erde, fangen sie an zu faulen. Rindenmulch von guter Qualität ist kostspielig und je nach Beetgröße werden einige Säcke Mulch gebraucht. Billiger Rindenmulch wird überwiegend aus Nadelbaumrinde hergestellt, der den Boden säuert. Sauren Boden vertragen nur wenige Gemüsepflanzen und wenn, dann erst ab einer gewissen Größe. Die Stängelchen vieler Jungpflanzen tolerieren Rindenmulch nicht, sie bekommen braune Stellen und knicken frühzeitig ab. Deswegen verteile ich Rindenmulch erst auf den Beeten, wenn die Jungpflanzen kräftig genug sind, wenn sie ca. eine Handbreit aus den Boden schauen.

2. Grasschnitt:

Da wir eine Wildwiese und keinen Rasen haben, benutze ich keinen Grasschnitt mehr. Einmal ausprobiert, waren meine ansonsten Unkrautfreien Gemüsebeete binnen weniger Tage voll mit Beikraut. Rasenschnitt ist gewiss eine prima Mulchart für Gemüsebeete, Wiesenschnitt hingegen produziert lästige Mehrarbeit.

3. Strohhäcksel:

Feine Aussaat wie Möhren, Radieschen, Salate oder Zwiebelsamen mulche ich mit feinem Strohhäcksel. Die Mulchsorte gibt es in verschiedenen Feinheitsgraden, aber – je feiner, desto staubiger. Ich benutze eine mittlere Stärke, die ich dünn über frisch ausgesäte, leicht gewässerte Beetbereiche verteile. Die Feuchtigkeit hält sich damit gut im Boden und ich kann genau sehen, von wo bis wo Saatgut im Beet liegt. Regen macht der Mulchsorte nichts aus, im Gegenteil, feucht haftet sie sogar besser am Boden. Mit persönlich gefällt das Material, obwohl es einen kleinen Wermutstropfen gibt. Die Aussaat dieser Gemüsepflanzen ist zeitgleich zum Nestbau der Singvögel. In unserem Garten lebt ein Krawall Amsel Pärchen, die meine mit Strohhäcksel frisch gemulchten Gemüsebeete schamlos als Selbstbedienungsladen für ihren Nestbau (aus)nutzen. Sie stürzten sich förmlich auf das Material und verwüsteten mir damit regelmäßig die eingesäten Gemüsebeete. Neben den Amseln fühlen sich Ameisen und Ohrenkneifer superwohl darin, was kein Nachteil bedeutet, solange sich deren Population im Rahmen hält. Einen Nachteil gibt es: Strohhäcksel staubt ordentlich, was sich selbst durch vorsichtiges Verteilen nicht verhindern lässt. Deshalb – achtet auf die Windrichtung 😉

4. Holzhackschnitzel:

Holzhackschnitzel als Mulch

Eine furchtbare Mulchsorte, wie ich finde.
Im vergangenen Jahr habe ich das Material erstmalig für meine Tomaten und das Erdbeerbeet benutzt und es nach wenigen Tagen abgeräumt.

Die Holzhackschnitzel sind klobig, ständig im Weg und sehen alles andere als apart aus.

Für Erdbeeren eignet sich die Mulchart gar nicht, die feinen Früchten bevorzugen eine weiche Bettung.

Als Wege Mulch eigenen sie sich prima. Im Herbst habe ich sie um / unter meinen Kohlpflanzen verteilt, dafür ist die Mulchart okay.

5. Kräutermix:

Kleingeschnittene Kräuter wie Rosmarin, Minze, Salbei und Thymian als Mulch im Gemüsebeete ist – im wahrsten Sinne des Wortes –  dufte. Eine wunderbare, nachwachsende Mulchart, deren verströmte Aromen kurzfristig Nacktschnecken fernhält.

Es ist etwas mühselig, die Kräuter klein zu schnippeln, aber ich finde, das lohnt sich.

Außerdem scheint der regelmäßige Rückschnitt meine Kräuter zum Wachsen zu animieren. Für das Mulchen kompletter Gemüsebeete reicht die Menge dennoch nicht aus. Aber für partielle Verteilung, als Schutz um junge Gemüsepflanzen.

Nachteil beim Mulchen mit Kräutermix: Weinbergschnecken werden von Rosmarin und Thymian angezogen und sie sind keine uneingeschränkten Nützlinge im Gemüsegarten.

6. Laub:

Wer viele Laubbäume in oder um seinen Garten herum hat, kann sich glücklich schätzen. Laub ist ein super Naturstoff, mit dem die ruhenden Beete abgedeckt werden können und der die Herbst-Winter-Aussaat vor Frost schützt. Bis zum Frühjahr ist das meiste Laub verrottet, bzw. kann in den Boden eingearbeitet werden.

Wenn ihr Laub als Mulchsorte nutzt, achtet darauf, dass ihr gemischtes Laub nehmt. Eiche, Walnuss und Pappel verrotten deutlich langsamer als Erle, Birke, Linde, Weide und Esche. Möchtet ihr den Verrottungsprozess beschleunigen, zerkleinert das Laub z.B. mit einem Rasenmäher.

Nachteil beim Mulchen mit Laub: Eine trockene Laubdecke ist windanfällig. Es reicht eine kräftige Böe, um die Beete freizulegen.

Im letzten Jahr entdeckte ich 2 neue tolle Mulcharten: Kakaoschalen und Leinenhäcksel.

Beide Sorten, so las ich auf den Säcken, sollen Schnecken und andere Schädlinge fernhalten, die Kakaoschalen zudem vor Trockenheit schützen bzw. Wasser speichern, das sie langsam an die Pflanzen abgeben.

„Perfekt“, dachte ich. „Passt super, wenn wir im Urlaub sind.“ Kurzerhand nahm ich zwei Säcke Kakaoschalen und einen Sack Leinenhäcksel mit. 

Beide Sorten, so las ich auf den Säcken, sollen Schnecken und andere Schädlinge fernhalten, die Kakaoschalen zudem vor Trockenheit schützen bzw. Wasser speichern, das sie langsam an die Pflanzen abgeben.

„Perfekt“, dachte ich. „Passt super, wenn wir im Urlaub sind.“ Kurzerhand nahm ich zwei Säcke Kakaoschalen und einen Sack Leinenhäcksel mit. 

Kakaoschalen als Mulch

7. Kakaoschalen:

Das erste Beet mit meinen Kohlrabi Jungpflanzen wurde zum Testbeet. Laut Anleitung soll man zuerst kräftig wässern, dann die Kakao-Schalen verteilen und zack – roch es plötzlich im ganzen Küchengarten nach Schokolade. Das war der Knaller, sag ich euch. Selbst meinem Mann ist der Duft aufgefallen, obwohl er nicht zu den geruchsorientierten Menschen zählt.

Die Kohlweißlinge, die mich schon die letzten Wochen ärgerten, fanden das überhaupt nicht lustig. Die Schmetterlinge waren total irritiert und kehrten vor meinem Küchengarten direkt um. „Cool“, dachte ich: „Kakao-Schalen sorgen für ein Überflug- und Landeverbot in meinen Gemüsebeeten.“

Nach einer Woche Testlauf fühlten sich die jungen Gemüsepflanzen weiterhin pudelwohl, der Boden unter dem Mulch hielt die Feuchtigkeit und Schädlinge waren keine zu sehen.

Jetzt verteilte ich die Kakao-Schalen um alle Schnecken gefährdeten Pflanzen: Bohnen, Pak Choi, Rot-, Weiß- und Rosenkohl, Pastinaken, Silberzwiebeln und Erbsen. Jetzt hieß es abwarten!

Nachteil: Kakaoschalen stauben heftig, was nach dem Bewässern aufhört. Der Staub darf nicht auf den Pflanzenblättern liegen bleiben, weil sich deren Poren verstopfen könne. Klingt dramatisch, ist es aber nicht.

Werden die Kakaoschalen das erstmal nass, bildet sich ein unansehnlicher, harmloser weißer Schimmelbelag. Ich habe den Mulch einmal umgearbeitet, dann war er nach kurzer Zeit verschwunden. Zudem wird die Mulchdecke sehr fest.

8. Leinenhäcksel:

Eine besonders geeignete Mulchart für Gemüsebeete, wie ich finde. Leinenhäcksel sind ähnlich dem gehäckselten Stroh, staubt aber gar nicht und ist erheblich feiner und weicher. Es macht fast Spaß, mit den Händen hindurch zu gleiten. Ich verteile die feinen Mulchsorten gerne über frisch eingesäte Bereiche, um genau zu sehen, wo es noch freie Plätze gibt.

Leinenhäcksel lässt es sich mühelos ausbreiten und hält Schnecken unübersehbar fern, selbst im nassen Zustand.

Leinenhäcksel ist leicht, ein großer Sack wiegt so gut wie nichts und es ist kostengünstig.

Nachteil: Wird es einmal nass, bildet es eine relativ feste Decke, durch die frische Keimlinge kaum durchkommen.

Mein Fazit zum Mulchartentest:

Leinenhäcksel als Mulch

Grundsätzlich ist Mulchen eine lohnende Sache.

Die Mulchart sollte dem Wetter angepasst werden. Bei Dauerregen bevorzuge ich eine leichte, feine Mulchsorte, bei großer Hitze eine wasserspeichernde Mulchdecke.

Meine favorisierten Mulchsorten sind Kakaoschalen und Leinenhäcksel.

Die Kakaoschalen haben sich absolut bewährt. Ich verlor kein Pflänzchen mehr an die Kohlweißlingraupen oder anderen Schädling. Der Duft ist vortrefflich, die Schalenfarbe änderte sich von anfänglich gräulich zu einem wunderschönen Dunkelbraun. Kakaoschalen sind biologischer Dünger und verbessern die Bodenstruktur schwerer Böden.

Als Hundebesitzerin habe ich mich natürlich über die Gefahr von Theobromin informiert. Kakaoschalen sind für Hunde ungefährlich. Wer mehr Einzelheiten möchte, liest hier bei Agrostim.de weiter.

Das Leinenhäcksel hat sich ebenfalls als perfekte Mulchart herausgestellt, selbst nachdem sich das ein oder andere Unkräuterchen durchmogelte.

Beide Mulcharten bilden nach der Bewässerung eine relativ feste Decke, die Keimlinge kaum durchdringen können. Ich habe mit einem Sauzahn oder Fugenkratzer Geburtshilfe geleistet, das klappte prima.

Bei der Schneckenabwehr leisten beide Mulcharten herausragende Arbeit, wobei ich das nicht für die spanische Wegschnecke beurteilen kann. Von denen habe ich nur selten eine im Gemüsegarten.

Beide Sorten halten die Bodenfeuchtigkeit konstant, unterdrücken weitestgehend das Unkraut und beide Mulcharten liegen preislich im finanzierbaren Bereich, selbst bei großen Mengen.

Wie sind eure Erfahrungen? Mit was mulcht ihr eure Gemüsebeete? Habt ihr Favoriten?

Schreibt es mir in den Kommentar, ich freue mich, von euch zu lesen. 

A bientôt

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